Auf Masern-Parties Syriza beschimpfen und Wohnungen verhindern

Auch Menschen mit einem etwas weniger ausgeprägten Hang zu dezenter Arroganz beschleicht bestimmt manchmal das Gefühl, dass man fast nur von Schwachmaten und Vollpfosten umgeben ist. In dieser Woche war das bei mir besonders extrem.

1.) Während in Berlin eine regelrechte Masern-Epidemie tobt, beschwören „Impfskeptiker“ die vermeintlichen Gefahren der Schutzimpfung und veranstalten sogar „Masernparties“, damit sich die Kindern so richtig anstecken und damit ihr Immunsystem stärken können. Dabei ist jeder ungeimpfte Mensch, der die Krankheit noch nicht hatte, eine tickende Zeitbombe, weil er hoch ansteckend sein kann, bevor bei ihm selbst Symptome erkennbar sind. Statt die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes und der Seuchenabwehr eine Pflichtimpfung für Kinder gegen Masern auf dem Weg zu bringen, zucken die Politiker zurück, und beschwören – je nach Parteizugehörigkeit- die „Eigenverantwortung“ bzw. das „Selbstbestimmungsrecht“ der Eltern. Geht’s noch?

2.) Während die linksreformistische Syriza-Regierung in Griechenland mit dem Rücken zur Wand versucht, ein wenig Spielraum gegen die geballte Macht und die abartige Verarmungspolitik der EU und des internationalen Finanzkapitals zu schaffen, ist es unter bekanntermaßen seit Jahrzehnten ungewöhnlich erfolgreichen deutschen Linksradikalen mittlerweile chic, Syriza „Verrat“ vorzuwerfen und übelst zu beschimpfen. Weiterlesen

Run BAK!

Es bahnte sich schon wieder so ein Frühlingsvorbotentag an. Also raus aus der Bude und zum Poststadion radeln, dessen morbider Charme mich schon lange fasziniert. Hier spielt nicht Schalke oder Bayern München, sondern der Viertligist Berliner Athletik Klub (BAK) 07, der sich nach der Hinrunde im oberen Mittelfeld der Fußball-Regionalliga Nordost etabliert hat. Zum Rückrundenstart wurde der SV Babelsberg 03 erwartet, ein Verein der schon bessere Zeiten erlebt hat und vor seiner zwischenzeitlichen Insolvenz auch schon in der 2. und 3. Bundesliga spielte.

Aufwärmen ist Alles: Die BAK 07-Mannschaft vor dem Spiel

BAK ist Kiez-Fussball pur. Alt-Moabiter Rentner und türkische Kids sitzen einträchtig auf der Tribüne, alles wirkt irgendwie improvisiert, aber mit Herz. Im Innenraum wird Kuchen und Nudelsalat verkauft, um Geld für eine Reise einer Mädchenmannschaft des BAK nach Holland zusammen zu bekommen, an eher provisorisch wirkenden Buden gibt es Köfte und Bier, unter den Sitzen liegen von einem Sponsoren bedruckte „Klatschpappen“ zum Anfeuern der Heimmannschaft. Ein Stadionsprecher hält die rund 1500 Besucher bei Laune, und als der BAK schließlich aufläuft, ertönt tatsächlich – wie auf Schalke! – ziemlich laut „Hells Bells“ von AC/DC. Das macht ein bisschen Gänsehaut. Es gibt für mich eigentlich wenig Gründe, an einem Sonnabend gegen 13,45 Uhr ein Bier zu trinken, doch jetzt passt das einfach. Weiterlesen

Wolfgang Schäuble: Nicht der einzige hässliche Deutsche

Das arrogante Herrenmenschentum, mit dem Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble von Griechenland verlangt, zu Kreuze zu kriechen, ist unerträglich. Das ökonomisch ausgeblutete Land soll gedemütigt werden. Er verlangt, dass auch künftig Millionen Menschen in nackter Armut, ohne medizinische Versorgung, ohne jegliche Perspektive dahin vegetieren sollen. Ökonomisch macht das keinen Sinn, Griechenland wird seine Schulden ohnehin nie zurückzahlen können. Doch es soll ein Exempel in der EU statuiert werden: Wer aufmuckt, bekommt die deutsche Peitsche zu spüren.

Dazu passt der heute veröffentlichte Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes. Die deutsche Wirtschaft boomt, aber die Armut noch mehr. In Berlin wächst mittlerweile jedes 3. Kind in absoluter oder relativer Armut auf. Dennoch entblödet sich Berlins  regierender Honk Michael Müller an so einem Tag nicht, mit 800 Minderjährigen ein Pro-Olympia-Spektakel am Brandenburger Tor zu veranstalten. Sind die herrschenden Politiker eigentlich nur dumm, oder sind es zynische Verbrecher, fragt man sich manchmal. Im Regierungs- und Glamourbezirk Berlin-Mitte verlässt jedes 6. Kind die Schule ohne einen Abschluss, und diese Bekloppten krakeelen „Wir wollen die Spiele“. Man buhlt um die Gunst einer kriminellen Vereinigung namens Internationales Olympisches Komitee, um die Leistungsshow der Pharma-Branche nach Berlin zu bekommen. Gesabbelt wird von der „völkerverbindenden Kraft des Sports“, während in Berlin die Schulturnhallen verrotten. Mittlerweile verschicken diese A….geigen sogar ihre Pressemitteilungen mit Extradatei zur Olympiawerbung. Dazu kommt der nahezu tägliche Ärger mit den asozialen Kiezchauvinisten hier in Moabit, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, jeglichen Neubau von Wohnungen zu verhindern, um ihre Pseudo-Idylle zu bewahren.

Es ist schwer, ein wenig runterzukommen, wenn man so voller Wut ist, wie ich derzeit. Glücklicherweise ist heute eine berückende CD eingetroffen, die ich vor ein paar Tagen bestellt habe: „Ave Maria“, Lobgesänge auf die Gottesmutter aus dem 17.Jahrhundert. Fantastische, beseelte Musik mit dem Ensemble Bell’arte Salzburg und der überirdischen Sopranistin Nuria Rial. (hier kann man Ausschnitte hören). Schon nach den ersten Tönen der einleitenden „Sinfonia all’Epistola“ von Stefano Bernardi fühlt man sich ein wenig befreit und mental durchlüftet. Plötzlich nimmt man zur Kenntnis, dass es draußen hell, klar und relativ warm ist – erste Frühlingsvorboten. Ich habe angefangen, den Balkon aufzuräumen und die Blumenkästen vorzubereiten. Ich freue mich auf die neue Saison im Sommerhaus in Wandlitz. Ich will was leckeres essen und mach mir eine Erdnusssoße für die Großgarnelen, die noch im Eisfach sind. Ich pfeife auf die „Weingesetze“ und öffne einen richtig guten Rotwein (den Panterra 2011 von Hummel) obwohl es Garnelen in Erdnusssoße und später noch ein bisschen guten Hartkäse aus der halbgentrifizierten Moabiter Markthalle geben soll. Genuss ist Notwehr, und irgendwie muss man sich ja wehren.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Olympia in Berlin verhindert werden muss

 

 

 

 

 

 

Lieber Karneval als IS und dazu ein paar Austern

Eigentlich könnte man es -gerade als Berlin – aus ästhetischen Gründen teilnahmslos bis leicht schadenfroh zur Kenntnis nehmen, wenn ein Karnevalsumzug abgesagt wird. Doch wenn 250.000 in Braunschweig erwartete Jecken ihr merk- bis unwürdiges, aber harmloses Vergnügen ausfallen lassen müssen, weil möglicherweise die Gefahr eines mörderischen Anschlags von Gotteskriegern bestand, hört der Spaß und natürlich auch jede Schadenfreunde auf. Vor allem, wenn nahezu zeitgleich in Kopenhagen eine Diskussion über Meinungsfreiheit und Satire in einem Kulturcafé von einem ähnlich gestrickten Zeitgenossen mit einer automatischen Waffe besucht wurde. Und wenn dieser Zeitgenosse, nachdem er einen vor der Tür rauchenden Besucher ermordet hatte, bei seinem Rückzug einige Stunden später den anscheinend in diesen Kreisen obligatorischen Gang zu einer jüdischen Einrichtung antrat und dort einen weiteren Mord verübte.

Findest der IS überhaupt nicht lustig

Brüssel, Paris, Kopenhagen, Braunschweig noch nicht – wie soll das weiter gehen? Zumal unsere derartig gestrickten Mitbürger von ihren IS-Helden und deren blutdrünstig-archaischen Serienmorden permanent inspiriert werden. Ich bin bestimmt nicht übertrieben ängstlich, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch in Berlin diverse Gestalten rumlaufen, die Ähnliches im Sinn haben. Kein angenehmes Gefühl. Weiterlesen

Zu blöd zum Wein kaufen

Ich weiß wirklich nicht, welcher Teufel mich manchmal reitet, wenn ich im Supermarkt Wein kaufe. Da stehe ich in meinem E-Center im „Moa-Bogen“ auf der Suche nach Riesling vor den Weinregalen und sehe durchaus Einiges, was vermutlich trinkbar und nicht allzu teuer ist, z.B. den Basiswein von Kloster Eberbach (sieben Euro/Literflasche). Und was mache ich Honk? Ich kaufe tatsächlich einen „Ayler Kupp Riesling Hochgewächs trocken“ von irgend einer Kellerei für fünf Euro. Dabei weiß ich sehr genau, dass die „Ayler Kupp“ in Ayl an der Saar zwar einst eine der feinsten Wein-Adressen an diesem Flussabschnitt war. Doch im Zuge der Einführung der betrügerischen Großlagenbezeichnungen in den 1970er Jahren dürfen auch Weine von etlichen Äckern und flussabgewandten Flachlagen die noble Bezeichnung tragen.

Die Strafe folgte wenig später, denn Geiz ist meistens ziemlich ungeil. Die „Kupp“ schmeckte grauslich: Pappige Restsüße, kein Säurespiel, plumpe Aromen. Das hatte das leckere Skrei-Kotelett in der Pfanne jedenfalls nicht verdient. Dann eben keinen Riesling, sondern einen noch in der Wohnung vorrätigen Weißburgunder von Stephan Steinmetz, ein zuverlässiger, glasklarer, zartfruchtiger Begleiter zu Fischgerichten und im Übrigen nur geringfügig teurer. (6,60 Euro ab Hof)

Natürlich will ich irgendwann auch mal wieder eine anständige „Kupp“ trinken. Da werde ich wohl beim Weingut Peter Lauer in Ayl vorstellig werden müssen, der einige Parzellen im Kernbereich der Kupp bewirtschaftet, und die unterschiedlichen mikroklimatischen und geologischen Bedingungen dieser göttlichen Riesling-Lagen in großartigen Weinen zum Ausdruck bringt. Lauer nennt sein mineralisch-fruchtiges Weinkino mit dem großartigen Süße-Säure-Spiel nicht zu Unrecht „Riesling für Fortgeschrittene“. Kostet ganz ordentliches Geld, macht aber auch unheimlich viel Spaß. Im Supermarkt sollte ich künftig vor allem auf folgendes zurückgreifen………

Ansonsten geht alles seinen Gang. Weiterlesen

Der Berliner Mob – diesmal im Business-Anzug

Berlin hat viele hässliche Gesichter, und wer ernsthaft von einer „weltoffenen“ und „dynamischen“ Stadt redet, lebt entweder in einer abgeschotteten Parallelwelt oder ist erschreckend naiv. Denn hinter der Glitzerfassade, die derzeit wieder für die Berlinale aufgebaut wird, lauert an allen Ecken Dumpfheit, Dummheit und aggressiver Sozialdarwinismus.

Nein, im feinen Villenviertel Westend in Berlin-Charlottenburg zieht der asoziale Mob nicht “Asylanten raus”-gröhlend durch die Straßen, wie es in einigen Ostberliner Bezirken zum Brauchtum gehört, wenn Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Im feinen Westend zieht der asoziale Mob seinen Business-Anzug an und geht zu seinem Anwalt, wenn er dasselbe meint. Im Westend in der Eschenallee soll eine leerstehende ehemalige Krankenhausaußenstelle als Unterkunft für 300-500 Flüchtlinge hergerichtet werden. Und zwei Anwohnern, einem niedergelassenen Arzt und einem leitenden Angestellten eines Technologiekonzerns, fällt nichts besseres ein, als die Nachbarn um Unterstützung für eine Klage dagegen zu bitten. „Abgesehen von sozialen Spannungen wird es zu einer erheblichen Abwertung unserer Wohngegend und somit zu einer Schädigung von Vermögenswerten kommen“, heißt es in dem Schreiben. Viele Anwohner sehen das ähnlich: „Flüchtlinge passen nicht hierher“, da Westend eine „auf Ruhe ausgerichtete Nachbarschaft“, sei, ist zu vernehmen.

Nein, ich werde jetzt nicht zu gezielten Sachbeschädigungen in einem bestimmten Stadtteil aufrufen. Obwohl es schwer fällt, sich das zu verkneifen. Weiterlesen

Clash der Kulturen: Der Popstar und der Buchhalter

Eigentlich müsste ich so allmählich einen Artikel über Milieuschutz in Berlin und einen weiteren über den Pflegenotstand in Deutschland verfassen. Aber heute habe ich mir lieber ein postpubertäres Vergnügen gegönnt und mich der Versammlung eines Fanclubs der ganz besonderen Art angeschlossen. Um 11 Uhr stand ich vor dem Bundesfinanzministerium, um mit Gleichgesinnten den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis zu begrüßen. Natürlich ist dieser Mann ohne Anzug und Krawatte mittlerweile auch eine Stil-Ikone, aber vor allem ist er ein kluger und anscheinend unbeugsamer Ökonom, der den feisten EU-Bürokraten und europäischen Sparkommissaren ungeschminkt erklärt, was es mit der griechischen Finanzkrise auf sich hat.

Varoufakis hatte offenbar wenig Zeit und rauschte in seiner Limousine auf den Innenhof des Ministeriums und verschwand in dem alten Nazi-Koloss. Dort stand dann eine Art Clash der Kulturen an, und zwar in mehrerlei Hinsicht. Hier der weltgewandte Ökonomie-Popstar mit flatterndem Hemd, dort der konservativ-spießige badische Buchhalter Wolfgang Schäuble. Hier ein Finanzminister, der die Schulden- und Erpressungspolitik der Merkel-EU gegenüber Griechenland mit den Foltermethoden der US-Soldatenka vergleicht („Financial Waterboarding“), dort ein Amtskollege, der schmallippig auf die Einhaltung von Verpflichtungen pocht, die die korrupte griechische Vorgängerregierung eingegangen ist. Weiterlesen

Skrei essen, aber dalli!

Dumm gelaufen für den Kabeljau. Unter dem Motto „Back to the Roots“ hatte er sich zu Beginn des Winters von der Barentsee auf die 600 Kilometer lange Reise zurück zu seinen Laichplätzen bei den Norwegischen Lofoten gemacht und war entsprechend topfit. Und dann kommt irgendein blöder Fischer und zieht ihn aus dem Wasser.

Vielleicht beißt ja ein Skrei.
Nepomuk Karbacher / bilder.n3po.com

Aber mir soll’s Recht sein. Das weiße, feste, fettarme Fleisch des Winterkabeljaus, der als Skrei bezeichnetet wird (norwegisch f. Wanderer) ist ein Fischgenuss der Extraklasse, den man sich in der kurzen Saison (Ende März ist Schluss) keinesfalls entgehen lassen sollte. Und bevor jetzt wieder die ganzer Küchen-Geisterfahrer mit ihren „Veredelungen“ bzw. „mediterranen“ oder „asiatischen“ Zubereitungen kommen, lassen wir den Skrei Skrei sein und behandeln ihn artgerecht. Das Filet leicht salzen und pfeffern, auf der Hautseite anbraten, die Fleischseite mit dünnen Zitronenscheiben belegen und schonend mit geschlossenem Deckel weiter garen lassen . Wenn das Filet fast durch ist, ein Mal wenden und auf der Fleischseite noch eine Minute in der heißen Pfannen ziehen lassen. Fertig. Dazu einen knackigen Riesling ohne viel Tropenfrucht-Gedöns und einen anständigen Kartoffelsalat. Damit besiegt man zwar weder das internationale Finanzkapital noch den „grün-alternativen“ Mittelstandsmob, der Wohnungsbau in Berlin verhindern will. Aber man bekommt gute Laune, und das ist wichtig. Z.B. um die ganzen Vollpfosten zu ertragen, die in allen regionalen Medien und auch in der Öffentlichkeit dafür werben, dass Berlin 2024 die Olympiade ausrichtet. Weiterlesen

Heisse Woche und jetzt heisser Tee

Eine spannende Woche neigt sich dem Ende zu. Den Schock  über das offenbar von langer Hand vorbereitete Bündnis von Syriza mit einer klerikal-rassistischen Rechtspartei habe ich noch nicht so ganz überwunden. Auf der anderen Seite freue ich mich über das schnelle und konsequente Handeln von Tsipras: Renten und Mindestlöhne erhöht, Privatisierungen gestoppt, Entlassungen im Öffentlichen Dienst rückgängig gemacht. Das dürfte in großen Teilen Europas auf verschärftes Interesse stoßen, besonders in Spanien, Portugal, Italien und Frankreich, wo immer mehr Menschen wenig Lust verspüren, sich Merkels Spardiktaten und den Profiterwartungen der Banken zu beugen. Let’s rock the EU!

Erfreulich ist ferner, dass sich PEGIDA offenbar gründlich zerlegt hat. Nach dem Abgang der rechtsliberal-bürgerlichen Clique um Frau Oertel reduziert sich die Bewegung auf offen rassistische und teilweise neofaschistische Strömungen wie z.B. in Leipzig. Selbst die AfD hat jetzt die Schnauze voll von PEGIDA. Dennoch ist das kein Grund zur Entwarnung, denn das Gedankengut und die Menschen, die PEGIDA zumindest in Dresden relativ stark gemacht haben, sind immer noch da.

Dann hätten wir da noch die schwarz-olivgrüne Protagonistin Katrin Göring-Eckardt, die vor ein paar Tagen bei der IHK Berlin dankenswert offen dargelegt hat, wie sie sich grüne Politik vorstellt. Das habe ich ausführlich  im Neuen Deutschland gewürdigt.

Der Genussfaktor kam in dieser Woche etwas zu kurz. Immerhin habe ich wieder mal  eine Flasche des recht teuren, aber mittlerweile wirklich fantastischen Panterra 2011 vom Weingut Hummel gegönnt. Ein reinsortiger Cabernet Franc mit kühler, dichter und extrem würziger Frucht. Anfangs war er noch sperrig, aber mittlerweile ist das ein richtig großer Wein für große Momente. Beim Essen gehts eher wetterangepasst bodenständig zu. Ich experimentiere gerade mit verschiedenen Würzungen für Wachtel- und Saubohnen, z.B. Cumin und Kurkuma. Und versuche, eine beginnende Erkältung nieder zu kämpfen. Hoch lebe heißer Sud aus frischem Ingwer!

 

είμαστε Syriza? Schön wär’s

Nicht nur jeder Linke, sondern jeder einigermaßen humanistisch gesinnte Mensch wird sich gefreut haben, als klar wurde, dass das Linksbündnis Syriza die griechischen Parlamentswahlen mit Pauken und Trompeten gewonnen hat. Es war eine Wahlentscheidung nicht nur gegen die korrupten Eliten, die das Land seit Jahrzehnten ausplündern. Es war auch ein Votum gegen Angela Merkel und ihre Verbündeten in den Zentralen der Finanzkonzerne, die an dem Land ein Exempel für ihre „Austeritätspolitik“ statuieren wollen.

Na dann viel Erfolg!

 

Das Spardiktat der Troika hat in Griechenland zu einer in der EU beispiellosen Verarmung großer Teile der der Bevölkerung geführt. Über ein Viertel ist arbeitslos, Millionen Menschen sind von medizinischer Versorgung ausgeschlossen. Weiterlesen